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Trauerreden müssen nicht noch
trauriger machen
09. Oktober
2026
Ich werde häufig gefragt: "Aber Sie machen die Rede bitte nicht
so traurig, oder?"
Nein! Das ist überhaupt nicht das Anliegen von Trauerrednern.
Und ich denke, da spreche ich für fast alle meine Kolleginnen
und Kollegen mit. Dankbarkeit und Erinnerung, das ist
wichtig.
Es geht vor allem um eins in einer Lebensrede, wie ich sie gern
nenne: den Menschen! So wie er oder sie war: mit allen Ecken,
Kanten, Leidenschaften, Erlebnissen, Beziehungen und
Errungenschaften. Den Menschen noch einmal zu zeigen und zu
würdigen. Angehörige sagen nach dem Vorgespräch und nach der
Feier oft: „Wow, ich konnte noch einmal richtig in die
Erinnerung und Dankbarkeit gehen!“ Für uns Rednerinnen und
Redner der absolut schönste Aspekt.
Humor? Durchaus! Auch das ist für mich jedes Mal ein absolutes
Highlight: wenn die Menschen schmunzeln können und zustimmend
nicken, weil sie sich wiederfinden, bzw. den geliebten Menschen
positiv erinnern.
Und natürlich: Traurig bleibt es, einen geliebten Menschen zu verlieren. Diesen Schmerz können wir nicht nehmen. Aber wir können den Abschied so schön und individuell wie möglich gestalten.
KIWI und seine
Einwände
20. September
2026
Es bietet sich an, heute am Weltkindertag, über das Kinderwillkommensfest (KIWI) - auch Namensfest genannt - zu schreiben. Mir begegnen immer mal wieder folgende Einwände:
1. Aber das ist doch keine richtige Taufe?!
Genau - es ist die konfessionslose Variante. Warum sollen denn nur Menschen mit Kirchenzugehörigkeit eine schöne Zeremonie fürs Kind haben und Paten einsetzen können?
2. Da kann man doch keine Paten einsetzen!
Doch! Das ist genauso wenig rechtskräftig wie bei der kirchlichen Taufe. Oder eben genauso real: die Patenschaft ist immer symbolisch, aber ein lebenslanges Versprechen!
3. Warum sollte ich dafür Geld ausgeben?
Weil bei einem KiWi alle wichtigen Menschen einmal zusammenkommen und den neuen Erdenbürger feiern. Jeder wird einbezogen und fühlt sich wertgeschätzt. Eltern können ihrer Familie und ihren Freunden auf diesem Weg DANKE sage für Unterstützung und Rückhalt. Eine kleine symbolische Handlung bindet alle Gäste in die Zeremonie mit ein.
4. Ist mein Kind dafür nicht zu jung?
Das Fest ist für die ganze Gemeinschaft, die das Kind begleitet. Es entsteht eine Erinnerung (Fotos, Rede, symbolische Handlung, Erinnerungsstück), die das Kind später bekommt.
5. Wird mir das nicht zu kitschig?
Jedes Elternpaar gestaltet die Zeremonie mit Ton und Inhalt individuell. Von schlicht und humorvoll bis feierlich ist alles möglich! Eine Rede und ein mögliches Ritual werden immer der gewünschten Atmosphäre angepasst.
6. Wir sind gläubig - passt das trotzdem?
Die Feier steht keiner Religion entgegen und schließt auch niemanden aus. Im Gegenteil, religiöse Elemente können immer Teil der Zeremonie sein, wenn ihr das wollt.
Für mich ist das KIWI in zweierlei Hinsicht besonders. Ich habe es bereits für meine Kinder gefeiert, ohne den Namen zu kennen. KIWI hat für mich ab sofort nun mehr als die drei Neuseeland-Bedeutungen (Frucht, Tier, Mensch aus Neuseeland). Es kommt die vierte hinzu: Kinderwillkommensfest. Ich empfinde das als wunderbaren Zufall und bin dankbar, diese Zeremonie anbieten zu dürfen. ❤️
